Darf man über Märchen lachen?

Zugegeben, ich hab‘ es am liebsten humorig.
Eine Erzählveranstaltung sollte allerdings – nach meinem Geschmack – eine möglichst große Bandbreite an Atmosphären und Stimmungen abdecken.

Und woher kommt die?

Ich erzähle Märchen aus aller Welt – aus dem Orient, Asien, fernen exotischen Ländern und heimischen Wäldern.

Und zwischen all den Märchen kann sich auch mal Shakespeare oder Dickens verirren …

Der Grimmsche Klassiker taucht natürlich auch auf. Aber möglicherweise erkennen Sie den kaum wieder, denn es könnte ja auch alles ganz anders gewesen sein …

Warum gerade Märchen?

Märchen haben die ganz besondere Eigenschaft, unser Inneres zu berühren – unter Umgehung unseres Verstandes.
Sie stoßen hier mal ein Fenster auf und dort mal eine Tür, lassen frischen Wind herein oder entzünden tief in uns ein wärmendes Feuer.
Ohne, dass wir die Geschichten ‚verstehen‘ oder ‚erklären‘ müssen.

„Gleich dem Wasser, das aus der Erde quillt, stammt auch das Märchen aus geheimnisvollen Tiefen.
Aus vergangenen Zeiten fließt es in unsere Tage hinein, und wie der Strom hat es auf seinem langen Wege manchen Zufluss aufgenommen, hat sich seiner Umgebung angepasst, sich gewandelt und ist doch durch seine Substanz immer und überall das gleiche geblieben.“
(Margot Wernle-Keller, 1954)